Foto: Felix Ladewig

28. September
OK KID

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Das Trio rund um Moritz, Jonas und Raffi hat im Mai sein siebtes Studioalbum veröffentlicht. „Komm, wir bleiben stehen“ heißt das Teil, das in gewohnter Indie-Rap-Manier daherkommt. Aber weniger mit erhobenem Zeigefinger. Weniger Tatendrang wird da gefordert, vielmehr geht es ums Aushalten und Dranbleiben in und auf einer Welt, in der alles zunehmend mehr, lauter, schneller, überwältigender wird.

Das Cover der Platte schafft den Spagat zwischen nahender Gefahr, echter Bedrohung und der Leichtigkeit des Moments, des Miteinanders. Fühlt sich an wie ein „Hilft ja nichts – wird schon – let’s go!“. Mit einem dreigeteilten Intro, das erst mal nicht ganz so wohlig klingt – „Hoffnung stirbt 1–3“ – steigen OK KID ein. Und klingen dabei nicht verbittert oder niedergeschlagen, sondern eben eher genauso: Alles annehmen, was da kommt, und irgendwie durch da. Der Name der Platte ist direkt Programm: innehalten, stehen bleiben, aushalten … es aushalten, auch mal nichts tun zu können oder zu müssen. In den gesprochenen Parts hört man den Autoren Max Richard Leßmann.

Luisa Neubauer, Publizistin und Hauptorganisatorin der deutschen Fridays-for-Future-Bewegung, ist ebenfalls zu hören – mit nichts anderem als einer Definition von Hoffnung. Diese sei kein Versprechen vom Außen an uns, vielmehr müsse sie aus uns heraus geboren und in die Welt getragen werden. Hört sich nahezu wie ein philosophischer Essay an, dieses Album.

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Ihren Sound, so die Band selber, haben sie nicht neu erfunden, aber konsequent weiterentwickelt. Mehr Garage-Drums, mehr Samples, markantere Gitarren, Dreivierteltakt. Das alles versehen mit Texten von Überforderung, Freundschaft, Innehalten. Die Band bedient sich dabei wiederkehrend kleiner Textzeilen anderer bekannter deutscher Songs, relativiert oder verändert im Anschluss die ursprüngliche Botschaft. Auf „Hol den Vorschlaghammer“ folgt „Komm, wir schlagen ihn kaputt“. Oder „Ich hab den Farbfilm vergessen“ wird abgetan mit einem „Aber is’ auch egal“.

Dass es zwei Jahre so extrem still geworden war um OK KID, hatte seinen guten Grund. In Interviews erklären die drei, dass diese Pause bewusst notwendig gewesen sei. Die Band wollte sich dem ständigen Druck entziehen, permanent Inhalte für Algorithmen produzieren zu müssen. Erst dadurch sei die neue Platte überhaupt möglich gewesen. Auch hier also wieder – der Name, der zum Programm wird. Einfach mal stehen bleiben.

Im Herbst spielt die Band sechs Liveshows in Deutschland und Österreich. Wer das Vergnügen hatte, OK KID schon mal live zu sehen, weiß, dass man sich das keinesfalls entgehen lassen sollte. Energiegeladen ist beinahe noch untertrieben. Nah an den Fans, am liebsten mit ihnen zusammen, performen sich Jonas und Co. einen ab, ziehen auch mal für ein kleines Akustik-Set mitten in die Menge um. Herzblut pur, mit jeder Faser und jeder gesungenen Zeile.


OK KID > Homepage // 28.09.2026 // Muffathalle München // Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19.30 Uhr // Support: Tape Head & NONI // Tickets ab 39,90 Euro zzgl. Gebühren an allen bekannten VVK-Stellen