Obacht mit Omas guten Kaffeegeschirr, die monströse Echse fegt mal wieder durch die gute Stube. Lange sah es nicht danach aus, dass Simon UIm und Eric Patzschke den Verlust ihres langjährigen Weggefährten und Drummers Felix Rambach irgendwie kompensiert bekommen. Aber dann fügt sich das Schicksal und eine Verkettung von etlichen Zufällen später, sitzt Thiago Presto hinter den Drums der Band. Presto ist im Jahr 2019 aus Brasilien nach Leipzig umgesiedelt und hat dabei sein Schlagzeug nicht zurückgelassen. Hinter seinen Kesseln verbindet der Mann aus São Paulo progressiven und psychedelischen Groove-Rock mit traditionellen brasilianischen Rhythmuselementen wie Maracatu, Samba, und Bossa Nova. Beeinflusst von Schlagzeugern wie Igor Cavalera, Mike Portnoy, Eloy Casagrande, Cleverson Silva und Marcos Deep war das der entscheidende Kick, um Godzilla In The Kitchen wieder in den Tritt zu bringen.
Im Zuge der Umbesetzung wurde auch eine kleine Revision am Bandkonzept durchgeführt. Mit ihrem dritten Album Termination Sequence verabschieden sich von ihrem bisherigen Instrumental-Konzept. Bassist Simon Ulm übernimmt fortan auch das Mikrofon. Eine ziemlich einschneidende Veränderung für eine Band, die bislang vor allem durch ihre instrumentalen Klanglandschaften aufgefallen ist. Doch statt sich in nostalgischer Selbstbetrachtung zu verlieren, drücken die drei ordentlich aufs Gaspedal.
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Und das hört man bereits mit dem Einstieg ins Album. Fette Riffs, ein mächtig rollendes Bassfundament und ein Gesang, der zwischen melodischer Zurückhaltung und rauer Aggressivität pendelt. Hier wird schnell klar, dass das Trio ihre musikalischen Wurzeln keineswegs verleugnen, aber durchaus bereit sind, neue Wege einzuschlagen. Stoner, Psychedelic, Alternative Metal und progressive Versatzstücke werden zu einem durchaus eigenständigen Gebräu verrührt. Verschachtelte Rhythmen, düstere Gitarren und ein Groove, der sich ziemlich hartnäckig in der Nackenmuskulatur festsetzt, versprechen keinen musikalischen Einheitsbrei, keine Angst vor Brüchen und jede Menge Groove. Die Platte steht in der Tradition des 90er und 00er Jahre Alternative Metal a la Faith Nor More, Tool, Deftones und bietet einen mehr als gelungenen Sound mit Ecken, Kanten und einigen durchaus sperrigen Momenten.
Godzilla In The Kitchen – Termination Sequence // Tonzonen Records / Cargo // VÖ: 23.10.2026 // > Homepage
