New Dawn lautet der Titel des ersten Songs auf Stoned Jesus jüngst veröffentlichter neuen Scheibe Songs to Sun. Ein in mehrerlei Hinsicht passender Titel, hat sich doch die 2009 in Kyjiw gegründete Band, welche stilistisch zwischen Stoner, Doom und Progressive Rock changiert, in den vergangenen Jahren gleich mehreren Neuanfängen gestellt bzw. stellen müssen. Nicht zuletzt einem geographischen, als die widerwärtige Aggression Russlands Bandleader Igor Sydorenko irgendwann dazu zwang, seine Heimat zu verlassen und einen neuen Mittelpunkt für sein künstlerisches Schaffen zu suchen, den er dann in Deutschland fand. Damit einher ging auch ein personeller Neuanfang. Vom Vorgänger-Album Father Light blieb Sydorenko als einziger übrig. Andrew Rodin (Bass) und Yurii Ciel (Drums) erwiesen sich aber absolut als Glücksgriffe und wohltuend frischer Wind.
Die bisherige Diskographie der Band leidet mitnichten unter Schwachpunkten. The Harvest (2015) ist auch zehn Jahre nach Veröffentlichung eine unglaublich energiegeladene und spaßige Stoner-Dampfwalze mit Banger-Songs wie Here Come the Robots oder Wound. Was sie jedoch mit Songs to Sun präsentieren, ist großes Kino. Ohne die Verbindung zu ihren Wurzeln zu kappen zeigen sich Stoned Jesus vielseitig wie nie. Düster-melodische Anklänge im Stile von Katatonia finden sich ebenso (Shadowland) wie Referenzen an Porcupine Trees Stupid Dream (Lost in the Rain). Opulente Stoner-Opern, wie sie auch von Elder stammen könnten (das eingangs erwähnte New Dawn), beherrscht die Band sowieso, aber dass selbst kurze Ausflüge in den Black Metal der Band gut zu Gesicht stehen, ist eine willkommene neue Erkenntnis (Low).
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Große Namen tauchen gerne auch in Zusammenhang mit der aus Helsinki stammenden Prog-Metal-Sensation Wheel auf. Wessen Name in einem Atemzug mit Genre-Göttern wie Tool oder Coheed And Cambria genannt wird, muss irgendetwas sehr richtig gemacht haben. In der Tat sind die Parallelen nicht von der Hand zu weisen. Insbesondere auf dem Debütalbum Moving Backwards (2019) erinnern die komplexe Rhythmik und das Schlagzeugspiel mehr als einmal an Danny Carey und die kalifornischen Giganten. Allerdings, von den Besten zu lernen und sein eigenes Ding daraus zu entwickeln war noch selten eine schlechte Idee, und die drei Finnen Jussi Turunen (Gitarre), Santeri Saksala (Drums) und Jere Lehto (Bass) haben zusammen mit ihrem britischen Frontmann James Lascelles genau das berücksichtigt. 2021 folgte mit Resident Human Album Nummer zwei, 2024 dann die bisher jüngste Scheibe, Charismatic Leaders. Anleihen an Tool und Co. finden sich auch hier noch (Submission). Es gelang Wheel aber auch sehr eindrucksvoll, ihren eignen Stil aus mächtigen Riffs und atmosphärischen Melodien zu kultivieren und dabei trotz teilweise Prog-typischer Spielzeiten von gerne mal neun oder zehn Minuten pro Song eine Eingängigkeit zu erhalten, die sie zu den interessantesten Prog-Metal Bands dieser Tage vom europäischen Kontinent macht.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Am 14. April sind diese beiden Aushängeschilder ihres jeweiligen Fachs auf der Spring Equinox European Tour 2026 als Co-Headliner zu bewundern!
Die Gewinner*innen unserer Kartenverlosung wurden informiert.
Stoned Jesus > Homepage & Wheel> Homepage // 14. April// vom Technikum ins Ampere verlegt // Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr // Eintritt: 35,00 Euro zzgl. Gebühren
