Mine gönnt sich keine Pause. Kaum ist die ausverkaufte Tour mit Orchester rum, schon steht sie mit neuem Album und neuer Tour bereit. Jasmin Stocker aus Stuttgart macht seit 2014 Musik und hat sich in dieser Zeit irgendwo zwischen Pop, Hip-Hop, Elektro, Jazz und orchestraler Opulenz ein ganz eigenes Nest gebaut. Sie ist nicht nur Sängerin, Gitarristin und Pianistin, nein, sie komponiert, arrangiert, produziert … wenn Mine an Musik arbeitet, bleibt für Langeweile kein Raum. Nach „Klebstoff“, „Hinüber“ und zuletzt „Baum“ veröffentlichte sie mit „Killer“ nun ihr sechstes Soloalbum. „Streich die Welt neu an“ singt sie da im Song „Relativ“. Killer killt also Altes und Ausgedientes. Ehemalige Versionen ihrer selbst wollte Mine loswerden und Platz schaffen für was Neues. Die letzten drei Alben, so erzählt sie selbst, seien stark mit ihrem Leben in den Dreißigern verbunden gewesen. Anfang des Jahres wurde sie 40! Zeit also für ein neues Kapitel. Von Midlife-Crisis fehlt da jede Spur, es geht steil bergauf.
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Mine bleibt der fortschreitenden Entwicklung ihres Sounds treu. „Killer“ ist reduzierter als der opulente Vorgänger „Baum“ und entstand fast ausschließlich mit analogen Synthesizern. Weniger „noch größer, noch mehr“, dafür mehr Raum für Atmosphäre, Vibe und elektronische Spielereien. Und trotzdem bleibt Platz für jede Menge Mine: tiefgründige, manchmal ziemlich brachiale Texte, große Gefühle, gesellschaftliche Beobachtungen und eine Mischung aus Melancholie und Wut, die sich bei ihr so wunderbar schwer in eine Schublade packen lässt. Da wird über Selbstzweifel, Beziehungen und persönliche Veränderung gesungen, aber eben auch über gesellschaftliche Spaltung, Kapitalismus und Ohnmacht. „Eat the Rich“ featured die österreichische Rapperin NENDA, der Name ist Programm. „Oxytocin“ lädt dafür zum Tanzen. Und „Dunkel“ spannt den Bogen zu Album und gleichnamigem Titel „Hinüber“: Kritik am Menschen und seinem Umgang mit all dem, was ihn umgibt. Bedauerlicherweise ein zeitloser Klassiker. Nach der großen Orchester-Tour 2025, bei der neben Band und Chor auch ihre Luftakrobatik Teil der Show war, geht es diesmal wieder mit Band auf die Bühne. Und wer Mine kennt, weiß: Die Songs einfach nur runterspielen ist keine Option.
Im November zieht Mine dann mit der „KILLER TOUR 2026“ einmal quer durch Deutschland und Österreich und wird bei 15 Shows alles geben, was sie zu geben hat. Ob sie wieder akrobatisch von der Decke hängen wird, ist naheliegend, wenn man ihre Aktivitäten auf Social Media so verfolgt. Mine selbst hat jedenfalls angekündigt, die neuen Songs live noch einmal neu denken und mit der Band als musikalische Spielwiese nutzen zu wollen. Klingt nach einem ziemlich guten Grund, am 10.11. in die Muffathalle zu pilgern. Ziemlich „Killer“ ist auch das Merch zur neuen Platte. Socken und Schal mit feuerrotem Dolch verziert, und die Platte selbst kommt als EcoRecord daher und ist auf recycelten PET-Flaschen gepresst. Ziemlich toll, das alles!
Mine > Homepage // 10.11.2026 // Muffathalle // Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr // Tickets ab 36,95 Euro zzgl. Gebühren an allen bekannten VVK-Stellen
