Foto: Ingo Pertramer

09. März
Fuzzman & The Singin‘ Rebels

Irrsinn mit Herz: Fuzzman geht heim und München darf mitfeiern

Am 9. März bringen Fuzzman und seine the Singin’ Rebels eine herrlich verstrahlte Jubiläumsschau zu uns nach München und verwandeln den lauschigen Milla-Keller in eine musikalische Gruppentherapie mit Wiener Schmäh. Denn zwanzig Jahre Fuzzman gehören nicht bloß gefeiert. Nein, sie gehören ausgiebigst zelebriert.

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Wenn einer Go Home sagt und damit das Gegenteil meint, dann ist es Fuzzman. Seit zwei Jahrzehnten schleicht sich Herwig Zamernik mit Liedern ins Hirn, die mal wie Umarmungen wirken, mal wie Ohrfeigen und meistens wie beides gleichzeitig. Jetzt feiert er seinen ganz persönlichen Rücksturz in die Umlaufbahn mit einem Best-of-Doppelalbum, das weder brav sortiert noch nostalgisch abgenudelt ist. Im Gegenteil: Go Home (2025) ist eine Schatzkiste, die mit Dynamit gefüllt ist.

Zwanzig Jahre Austro-Indie-Pop, zwanzig Jahre Gassenhauer, zwanzig Jahre „Hat er das jetzt wirklich gesungen?“. Und während andere Künstler bei so viel Historie einknicken , poltert der Fuzzman einfach weiter durch Genres und Gemütsschwankungen. Folk? Klar. Protest? Natürlich. Disco? Wenn’s sein muss. Ein Schlagerschlenker à la Udo Jürgens? Eh, warum nicht auch das.

Aber das Album ist mehr als ein Rückblick. Neben Klassikern gibt es obskure Fundstücke, persönliche Favoriten und neue Songs, die zeigen, dass der Mann noch lange nicht fertig ist. Keine Sterne über Wien etwa ist eine herrlich schiefe und gleichzeitig glasklare Abrechnung mit dem selbsternannten Wienpop-Hype. Ein bisschen Troll, ein bisschen Prophet, sehr viel Fuzzman.

Doch live entfaltet dieser Kosmos erst seine volle Größe. Mit den Singin’ Rebels an seiner Seite verwandelt Fuzzman die Bühne in eine Revue aus Witz, Wehmut und Wiener Weltschmerz, wie ihn sonst nur wenige so sympathisch hinbekommen. Selbst wenn er zwischendrin über Politik wettert, Herzbrüche vertont oder das Publikum auf halber Strecke adoptiert. Hier wirkt nichts kalkuliert. Alles wirkt menschlich und echt.

Wer Fuzzman beispielsweise im letzten Jahr bei uns im Heppel & Ettlich erlebt hat, weiß: Das ist nicht einfach ein Konzert. Das ist ein Abend, nach dem man beschwingt heimgeht und das Gefühl hat, man sei gerade von einem sehr musikalischen Therapeuten fest umarmt worden. Einer, der laut lacht, wenn’s brennt und einem ein Glas Wasser reicht. Oder mit dem man einfach noch stundenlang an der Bar sitzt und über das Leben philosophiert…


Live: Fuzzman & The Singin‘ Rebels > Homepage // 09. März 2026 // Milla // Beginn 20 Uhr // VVK 24 EUR zzgl. Gebühren