Die Gruppe MIA. aus Berlin! So kündigen sie sich selbst auf ihren Konzerten immer an, und genauso sind sie jetzt endlich wieder da und auf Tour. Zwar ohne neuen Longplayer, doch man munkelt und mauschelt, dass auch hier bald frische Musik in der Mache sein könnte. Limbo, so heißt das letzte Album, ein Pandemie-Baby aus dem Jahr 2020. Ein Wendepunkt für die Gruppe, die sich vor der Platte nach nahezu zwei Jahrzehnten von Manager und Produzenten Noah trennte.
Zudem war Sängerin Mieze Katz nicht mehr allein für die wundervollen Worte zuständig, die sie auf Riffs und Melodien der Band setzt. Nein, die drei Herren der Runde haben ordentlich mitgemischt – zum ersten Mal. Und das war gar nicht so leicht, so erzählte sie einmal. Dass da nun so rumgefuhrwerkt wird, und 4 Meinungen aufeinander prallen, was geht und was nicht, und was man sagen kann und was nicht.
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Gegründet 1997 feiert die Band im kommenden Jahr unfassbare 30 Jahre Jubiläum. Und sieht dabei so fesch und knackig aus wie eh und je! Auf der langen Strecke waren Mieze, Andy, Bob und Gunnar stets eine Einheit, lediglich Hornist und Gitarrist Ingo Puls hatte ab 2011 andere Pläne und verließ den Trupp.
Eine Einheit ist es auch, die Höhen und Tiefen meistern und füreinander da ist. So auch, als Mieze Kritik von Fans und Kritikern einstecken musste, als sie mal den Jury-Posten bei DSDS antrat, und auch beim kommerziell extrem beliebten VOX-Tauschkonzert „Sing meinen Song“ teilnahm. Alles Pille-Palle, wie sich rausstellt, und MIA. sind nach wie vor kein weichgespülter Mainstream-Pop, und keine Band, die sich nur auf ihren Tanz der Moleküle reduzieren ließe.
Die punkigen Anfänge sind auch heute noch deutlich hörbar, auch wenn die sehr freche, rotzige New-Wave Note dem Electropop seit Jahren ein wenig mehr Raum gibt. Eventuell eine kleine Altersmilde? War ja irgendwie bei Paramore, oder Avril, oder Linkin Park auch mal so. Hm – egal, klingt trotzdem alles sehr schön, was es da zu hören gibt.
MIA. – das stand mal für Me in Affairs, dann irgendwann für Musik ist Alles. Unterm Strich aber einfach nur für impulsive, durchschwitzte, ultra leidenschsftliche Live-Shows, die sich anfühlen, als würde diese Band das zum ersten Mal machen, komplett euphorisiert vom Feedback des Publikums und hungrig nach mehr.
Mut haben, verletzlich sein, gesellschaftliche Themen – die Bandbreite der Songs und Geschichten der Gruppe ist ebenfalls beachtlich. Sie engagieren sich im privaten wie auch auf der Bühne für ein friedvolles Miteinander und sind immer laut gegen Hass und Hetze jeder Art. Auch ein Mitgrund, weshalb MIA. eine sehr große, queere Fanbase haben.
MIA., das steht auch fürs Offen sein neuem Gegenüber. So hat Mieze im vergangenen Jahr ein Soloalbum veröffentlicht, mit ganz viel Unterstützung von Künstlerinnen wie Wilhelmine, Miss Platnum oder Eva Briegel, ihrerseits Sängerin von Juli. „dafür oder dagegen“ heißt der Longplayer, der ruhiger daherkommt als die MIA.-Nummern, und seine ganze eigene Note hat. Mal sehen, ob im Quartett auch etwas vom Solowerk dargeboten wird.
Der Frühling steht jedenfalls fett vor der Tür, und Zeit wirds dann, dass nicht nur die Moleküle tanzen, sondern auch ihr, und wir alle gemeinsam.
MIA. > Homepage // 16.04.2026 // Muffathalle // Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr // Tickets ab 40 Euro zzgl. Gebühren an allen bekannten VVK-Stellen
