Wenn eine Münchner Band ihre eigene Stadt bespielt, entsteht oft dieser Extraspannungsdraht: Man kennt den Namen, man kennt jemanden, der sie „schon ganz früh“ gesehen hat – und plötzlich hängt an einem Abend mehr als nur ein Konzert. KYTES bringen dafür genau den richtigen Sound mit: Gitarren, die nach vorne zeigen, und Beats, die nicht dekorieren, sondern Struktur geben. Indie Rave ist hier keine Floskel, sondern Methode: Pop-Hooks mit Kante, glänzend genug fürs große Licht, roh genug, um nicht geschniegelt zu wirken.
Die Geschichte dahinter ist angenehm unglamourös und dadurch glaubwürdig: Aus einer Schulband-Phase (Blind Freddy) wird 2015 eine feste Band, die sich konsequent nach oben spielt, ohne den eigenen Leichtigkeitskern zu verlieren. 2016 kommt Heads and Tales als erstes großes Ausrufezeichen, 2020 folgt Good Luck, und 2023 wird mit To Feel Something At All der Sound endgültig breiter: mehr Luft, mehr Druck, mehr Gefühl – aber immer noch mit diesem Impuls, im richtigen Moment nach vorn zu kippen.
Live funktioniert das, weil sie Pop nicht als Glanzpolitur verstehen, sondern als Energieform. Der Refrain darf groß sein, aber er bleibt nah dran; der Beat darf schieben, aber er bleibt musikalisch. Das ist die Sorte Konzert, bei der man schnell merkt, wenn der ganze Raum plötzlich gleichzeitig in Bewegung ist – und keiner mehr so tut, als wäre er nur zum Zuschauen da.
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Aktuell fühlt sich das wie ein neues Kapitel an: Für den Sommer 2026 ist ein Album mit dem Titel Indie Rave angekündigt, und die Tour trägt die Idee gleich mit durch Europa. Heißt für München: kein Rückblick, sondern dieser seltene Moment, in dem eine Band genau zur richtigen Zeit in die eigene Stadt zurückkommt – mit genug Geschichte im Rücken und genug Vorwärtsdrang im Bauch.
KYTES > Homepage // 20. November 2026 // Muffathalle // Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr // VVK: ab 39,75 Euro inkl. Geb.
