Fotoquelle: ClubZwei

03. November
Bonaparte

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Bonaparte ist so ein Name, der bei vielen von uns nicht nach „Band“ klingt, sondern nach Zustand: schwitziger Club, zu nah an der Bühne, irgendwer verliert kurz die Würde und gewinnt sie als Tanzbewegung zurück. Das war nie nur Konzert, das war ein kontrollierter Ausnahmezustand – Trash, Theater, Punk, Pop, alles auf einmal, und immer so, dass man danach ein paar Tage braucht, um wieder geschniegelt Musik zu hören.

Dahinter steckt Tobias Jundt, 2006 nach einem Roadtrip in Barcelona gestartet, später in Berlin gelandet – und mit einer Live-Idee, die von Anfang an größer war als ein klassisches Line-up: wechselnde Musiker, Performer, Masken, Körper, Konfetti, Chaos als Choreografie. Der Begriff Visual Trash Punk ist nicht hübsch, aber ziemlich treffend, weil es bei Bonaparte nie nur um Songs geht, sondern um Bilder, Überforderung, Befreiung.

Musikalisch ist der Katalog voll von diesen „wir erinnern uns sofort“-Momenten: Too Much 2008 als frühe Visitenkarte zwischen Laptop-Rotz und Gitarrenbiss, My Horse Likes You 2010 als Platte, die mit Computer In Love und Boycott Everything den großen, schmutzigen Mitsing-Reflex perfektioniert hat. 2012 dann Sorry, We’re Open – ein Album, das zeigt, dass das Ganze nicht nur Krawall kann, sondern auch Struktur, ohne die Eskalation zu verraten.

Das „größte Drama“ war 2019 dieses angebliche Abschiedskonzert in Berlin – eher Cliffhanger als Ende. 2023 kam die Ansage: doch wieder aktiv, 2024 ging es mit The Quiet & the Riot los, und 2026 steht das nächste Kapitel unter einem Titel, der die Rechnung ehrlich macht: 20 Jahre Bonaparte. Heißt für München: nicht nostalgisch geschniegelt, sondern eher „wir sind älter, aber der Abend wird’s nicht“.

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Bonaparte > Homepage // 03. November 2026 // Muffathalle // Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr // VVK: 40 Euro + Gebühr