Artwork: Doomolith

21. November
Black Mantra Festival

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München geht unter Tage

Am 21. November wird in der Hansa39 nicht einfach laut gespielt, sondern geologisch gearbeitet. Beim Black Mantra Festival drücken Cult of Occult, Earthbong, Aufhebung, Malm, GREH und Vast Pyre München für einen Abend ein paar Schichten tiefer Richtung Erdkern.

Wobei wir an dieser Stelle gar nicht erst so tun müssen, als wären wir vollkommen unbefangen. Hinter Black Mantra stehen gute Freunde aus der Münchner Szene, die selbst bei den Doom-Bengeln von Raging Sloth den Fuzz aus den Verstärkern schaufeln. Und genau das merkt man dem Festival an. Hier kuratiert niemand Heavy Music vom Schreibtisch aus. Da stehen Menschen dahinter, die selbst Kabel schleppen, Bühnen teilen und ziemlich genau wissen, wie sich ein guter Riff im Brustkorb anzufühlen hat.

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Bereits 2025 führte dieser Weg unter dem Namen KYRON FEST in die Kranhalle. Damals standen Raging Sloth selbst neben Ufomammut, ZAHN, Tons und Gallowhead auf dem Zettel. Ein Jahr später heißt das Ding Black Mantra, zieht in die Hansa 39 und gräbt noch ein gutes Stück tiefer. Doom, Sludge, Noise, Post-Metal und Blackened Death Doom bilden diesmal weniger ein Genreprogramm als verschiedene Aggregatzustände von Schwere.

Ganz unten warten Cult of Occult. Seit 2010 mauern die Franzosen aus Lyon an ihrem schwarzen Monolithen aus Doom, Sludge, Noise und Black Metal. Ende März erschien mit I Have No Name ihr fünftes Album: sechs Stücke, die sich über mehr als eine Stunde ausbreiten und psychischen Zerfall eher sezieren als besingen. Wer Musik gerne als kurze Ablenkung konsumiert, darf hier schon einmal nervös auf die Uhr schauen. Die Uhr wird allerdings zurückstarren.

Earthbong aus Kiel wählen eine andere Methode und legen den Bohrer direkt am Riff an. Seit 2018 zelebriert das Trio Doom mit maximalem Fuzz, schleppendem Gewicht und einer gewissen botanischen Fachkenntnis. Mehr als 70 Shows führten sie bereits durch Europa, unter anderem an die Seite von Bongzilla, Weedeater, The Obsessed und Full Of Hell. Subtil ist anders. Muss aber auch nicht immer sein.

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Aufhebung aus Belgien wiederum bauen ihre Schwere filigraner. Ihr im Februar erschienenes zweites Album Luchtbegrafenis verbindet instrumentalen Post-Metal mit Doom, Sludge und progressiven Verschiebungen. Sechs lange Stücke arbeiten mit Spannung, Stille und eruptiver Gewalt. Der Albumtitel bedeutet übersetzt „Himmelsbestattung“. Weiter auseinander könnten oben und unten kaum liegen.

Auch Vast Pyre haben 2026 frisches Gestein angeschleppt. II | Bleak erschien im März und zieht fünf Tracks lang an der Handbremse der Menschheit. Monolithische Gitarren, abgründiger Bass und ritualistische Langsamkeit machen aus Stillstand irgendwann Bewegung – nur eben gemessen in tektonischen Zeiträumen.

Dazwischen schlagen MALM aus Würzburg ihre seit 1998 geschärfte Mischung aus Noise Rock, Post-Hardcore und Sludge in die Wand. Neue Songs befinden sich bereits im Liveset. GREH aus Karlsruhe bringen derweil mit ihrem 2025 veröffentlichten Debüt Dysphoric Devotion noch Blackened Death und Doom in den Schacht. Sechs Bands also. Keine davon wurde eingeladen, damit zwischendurch jemand durchschnaufen kann.

Genau deshalb lohnt es sich, Black Mantra nicht als bloße Aneinanderreihung schwerer Bands zu betrachten. Hier entsteht etwas, das München trotz seiner durchaus stattlichen Metal-Infrastruktur viel öfter gebrauchen könnte: ein Festival aus der Szene für die Szene, klein genug für Nähe und groß genug für internationale Tiefenbohrungen.

Wer danach wieder auftaucht, darf den Staub gerne mit nach Hause nehmen. Wir verlosen Freikarten: Schreibt eine Mail an ichwillgewinnen@curt.de mit Betreff Black Mantra und mit etwas Glück nehmen wir Euch mit. Viel Glück!

Lineup:

Cult of Occult
Earthbong
Aufhebung
Malm
GREH
Vast Pyre


Black Mantra – Festival of Sonic Extremes  > Homepage // 21. November 2026 // Hansa39, Feierwerk // Einlass 17:30 Uhr // Beginn 18 Uhr // VVK 33 EUR zzgl. Gebühren