Foto: Ellika Henriksson

18. November
José González

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250.000 bunte Bälle, die in Zeitlupe eine Straße in San Francisco hinunterrollen, dazu eine Stimme und eine Akustikgitarre. Der Sony-Bravia-Spot von 2005 wurde zu einem der ikonischsten Werbeclips überhaupt, und José González‘ Version von Heartbeats – ursprünglich ein Elektro-Track von The Knife – war plötzlich überall. Serien wie O.C. California, Scrubs und One Tree Hill griffen den Song auf, das Debütalbum Veneer verkaufte sich millionenfach.

Was danach kam, war keine Explosion, sondern ein beharrliches Weitermachen. Der in Göteborg geborene Schwede mit argentinischen Wurzeln – seine Eltern flohen nach dem Militärputsch 1976 – hat nie versucht, den Moment zu wiederholen. Stattdessen folgten Alben wie In Our Nature und Vestiges & Claws, dazu die Band Junip mit Tobias Winterkorn, und immer wieder Musik für Film und sogar Games: Far Away für Red Dead Redemption wurde zum stillen Höhepunkt eines ohnehin gefeierten Soundtracks.

Die Liste der Verwendungen seiner Songs in Serien oder Filmen ist mittlerweile bei über neunzig angekommen – von House M.D. bis Friday Night Lights. Für Ben Stillers Das erstaunliche Leben des Walter Mitty schrieb er Stay Alive und Step Out, Songs, die den Film tragen, ohne ihn zu erdrücken. Und wenn er mit The String Theory tourt, einem zwanzigköpfigen Kammerorchester aus Berlin und Göteborg, wird aus dem reduzierten Singer-Songwriter-Setting plötzlich etwas anderes: In der Royal Albert Hall coverte er Massive Attacks Teardrop so, dass man den Song ganz neu erlebt hat.

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Against The Dying Of The Light,
sein fünftes Soloalbum, erschien im März 2026 und klingt nach jemandem, der mit bald fünfzig nicht leiser, sondern genauer geworden ist. González beschreibt die Platte als Reflexion darüber, wie wir uns selbst im Weg stehen – durch Ideologien, Algorithmen, den ganzen Lärm, der menschliches Aufblühen verhindert. Der Titelsong nimmt sich die Gegenwart vor, ohne zu predigen. Singles wie Pajarito zeigen, dass die Formel aus Fingerpicking und samtener Stimme nach über zwanzig Jahren immer noch trägt.

Live war González schon immer am stärksten: eine Gitarre, eine Stimme, ein Raum, der still wird. In der Muffathalle, mit ihrer Akustik und Geschichte, dürfte das funktionieren wie wenig anderes.


José González > Homepage // 18. November 2026 // Muffathalle // Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr // VVK: ab 48,95 Euro inkl. Geb.